Rezension: „Elefant“ von Martin Suter

elefant-9783257069709.jpg

Inhalt:

Ein kleiner rosarote Elefant , der in der Dunkelheit leuchtet, wäre das nicht wundervoll wenn es solche Wesen geben würde?
Genau dieses Szenario wurde in dem Buch „Elefant „ von Martin Suter  thematisiert. Gezüchtet wurde der kleine Elefant im Prinzip im Reagenzglas. Jedoch sind  die  Absichten, was mit dem Elefant passieren soll ganz verschieden.

Der Obdachlose Schoch trifft auf den Elefant, er spendet ihm Geborgenheit. Der Elefantenflüsterer Kaung ist der Meinung, dass man ein so heiliges Wesen beschützen muss.
Zum Schluss bleiben aber auch die Menschen, die aus dem Elefant eine Sensation machen wollen und großen Profit sehen.

Meine Meinung:

Ich habe bisher noch kein Buch von Martin Suter gelesen, sodass mich die Art des Schreibens sehr überraschte. Gerade beim Diogenes Verlag trifft man häufig auf Autoren mit ausgefallenem Schreibstil, so auch bei Suter. Da er eine ganz eigene Art des Schreibens hat, möchte ich diese Form des Schreibens  ungern bewerten und betrachte  diese  eher neutral.
Die Kapitel sind sehr kurzweilig und es wird von Kapitel zu Kapitel ein anderes Szenario beschrieben. Die Geschichte beinhaltet viele Charaktere, diese sind eher Sachlich beschrieben und weniger emotional, was vielleicht auch Suters Art ausmacht.

Anfangs hatte ich etwas Probleme ins Buch zu kommen. Es geht darum, einen Elefanten zu kreieren, der rosa ist und im Dunkeln leuchtet. Die Laborversuche  machen einen großen Teil des Buches aus.
Zwischenzeitlich dachte ich „Wow so viel SciFi hätte ich in diesem Buch gar nicht erwartet“, doch in der Danksagung von Suter erfährt man doch noch so einiges, sodass das die Thematik im Buch gar nicht so weit vom realem Leben entfernt ist.
Die Szenen im Labor waren für mich sehr kühl und fremd. Auch die Vorstellung, dass man Tiere so benutzt, musste ich erstmal verdauen.
Immer wieder werden ethische Fragen in den Raum geworfen, zum Teil erkennt man sogar parallelen zum heutigen Leben. Auf den folgenden Seiten gab es dann aber doch noch Stellen die mich erfreuen konnten und einen wieder etwas runtergebracht haben.
Leider fand ich den folgenden Teil mit dem Obdachlosen sehr kurz, ich wäre an dieser Stelle  gern noch weiter verweilt.

Alles in allem ein besonderes Buch, wie ich es in dieser Form noch nicht gelesen habe. Suter hat ein Roman erschaffen, der vor allem gesellschaftskritisch ist und zum nachdenken anregt. Man erkennt parallelen aus der heutigen Zeit, was echt erschreckend ist.
Mich konnte das Buch auf seiner Art und Weise mitnehmen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das Buch „Elefant“ ist im Diogenes Verlag erschienen und kostet im Hardcover Format 24€.

Rezension: „Totenrausch“ von Bernhard Aichner

Inhalt:
Totenrausch ist der letze Teil einer Trilogie und sollte aufjedenfall auch in der richtigen Reihenfolge gelesen werden. Die Bücher bauen aufeinander auf.

433_75637_172005_xxl.jpg

Die Frau, die in das Büro eines Hamburger Zuhälters stürmt, ist verzweifelt. »Ich brauche Pässe für mich und meine zwei Kinder«, sagt sie. Und: »Wenn du mir hilfst, werde ich jemanden für dich töten.« Es wäre nicht das erste Mal …

Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss – denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist …

Meine Meinung:
Als Band 1 (Die Totenfrau) erschien, hat mich dieses Buch schon sehr angesprochen. Natürlich musste ich es früher oder später auch lesen den die Thematik… eine Frau die Bestatterin ist und mordet fand ich schon echt kurrios. Die Totenfrau ist mit einer meiner liebsten Bücher überhaupt geworden. Umso mehr habe ich mich gefreut das auch weitere Bände rauskommen.
Nun ist Band 3 erschienen. Leider muss ich sagen, das mich das Buch diesmal nicht ganz so aus den Socken gehauen hat.

Am Anfang geht es trotzdem sehr rasant los. Blum ist in einer heikelen Situation und muss zum Schutz ihrer Kinder den Standort wechseln. Auf ihren Weg in ein neues Leben gibt es einiges an Schwierigkeiten und es wird ganzschön gefährlich für Blum.
Die ganze Situation fand ich so bedrückend das man echt in guter Stimmung sein muss wenn man dieses Buch ließt.
Das Buch ist weder blutrünstig noch verstörend, aber die ganze Stimmung im Buch ist extrem bedrückend.
Ich hätte mir gewünscht, dass die Protagonistin ab und an auch mal ein Lichtblick sieht und freude erfährt.

Der Schreibstil ist wie wir es bei der Reihe kennen, sehr rassant und kurzweilig. Das Buch lässt sich unheimlich schnell weglesen. Der größte Teil des Buches besteht aus sehr kurzen Dialogen, was ich in dieser Form noch bei keinem anderen Buch gesehen habe mich konnte gerade diese Form vom Schreibstil sehr überzeugen.

Alles in allem ein guter Abschluss, auch wenn das Buch schwächer ist als die beiden Vorgänger. Man muss aber auch dazu sagen, das man meiner Meinung nach Band 1 nicht toppen kann.
Wenn ihr interesse an der Reihe habt, startet umbedingt mit dem ersten Band „Die Totenfrau“.